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Bundesland: Nordrhein-Westfalen Regierungsbezirk: Münster Kreis: Warendorf Höhe: 80 m ü. NN Fläche: 123,14 km² Einwohner: 54.343 (31. Dez. 2007)[1] Bevölkerungsdichte: 441 Einwohner je km² Postleitzahlen: 59227, 59229 Vorwahlen: 02382, 02388, 02528 Kfz-Kennzeichen: WAF Gemeindeschlüssel: 05 5 70 004 LOCODE: DE AHL NUTS: DEA38 Adresse der Stadtverwaltung: Westenmauer 10 59227 Ahlen Webpräsenz: www.ahlen.de
Der Name der Stadt wurde erstmals
um 850 in der Vita Liudgeri II erwähnt. Seine Bedeutung und die auf den Namen
Bezug nehmende Darstellung des Stadtwappens mit einem „geflügelten Aal“ sind
nicht geklärt. Als Ursprung der Stadtsiedlung wird ein Siedlungsansatz an einem
Übergang über die Werse angenommen, der zum Schnittpunkt zweier wichtiger
Straßen wurde und gleichzeitig Ausgangspunkt für eine dritte Straße war
(Hamm–Ahlen–Warendorf; Beckum–Ahlen–Herbern ; Ahlen–Münster). Die in den ersten
Jahrhunderten langsam wachsende Siedlung bildete sich um einen bischöflichen
Amtshof. Im Schutze dieser Kirchenburg ließen sich zunächst Handwerker und
Händler nieder, um mit den Bauern und Bewohnern des Amtshofes Handel zu treiben.
In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts begann der Fernhandel in der Stadt,
so tauchten die Namen Ahlener Kaufleute beispielsweise im 13. Jahrhundert in den
Rechnungen Lübecker Kaufleute auf. In diese Zeit fällt auch die Errichtung einer
Stadtmauer (1271) mit fünf Tortürmen. Ahlen war Mitglied der norddeutschen
Hanse. Die Beseitigung der Stadtbefestigungen begann 1765 und seit 1929 sind die
letzten Reste davon verschwunden.
Allee bei Haus Vorhelm
Allee bei Haus Vorhelm
St. Bartholomäus in Ahlen
St. Bartholomäus in Ahlen
Marienkirche in Ahlen
Marienkirche in Ahlen
Gründung der Zentrumspartei
Gründung der Zentrumspartei
Die Stadt scheint sich im 13. Jh. rasch entwickelt zu haben. Um 1285 war die
Bevölkerung soweit angewachsen, dass man neben der „Alten Pfarre“ (St.
Bartholomäus) eine „Neue Pfarre“ (St. Marien) gründete. Hierdurch entstanden ein
Alt- und ein Neukirchspiel. Diese Entwicklung lässt den Schluss zu, dass Ahlen
zu dieser Zeit zu den 18 größten Städten in Westfalen zählte. Das Wachstum der
Stadt beruhte bei hoher Sterblichkeit, niedrigerer Geburtenquote als auf dem
Lande und einem zeitweilig hohen Frauenüberschuss vor allem auf der ländlichen
Zuwanderung. In der Neustadt bildete sich durch diese Zuwanderung eine
Ackerbürgerschicht. Das Aufblühen der Stadt wurde im 14. Jahrhundert durch die
in ganz Europa wütende Pest gestoppt. Im Bürgerbuch des Jahres 1389 waren nur
noch 63 Familien verzeichnet. Erst 1454 enthielt eine Bürgerliste wieder 212
Familien, woraus sich eine Einwohnerzahl von etwa 1300 errechnet. Zu diesem
Zeitpunkt existierten in der Stadt vier Stadtviertel, die nach den jeweils
benachbarten Stadttoren benannt waren und etwa gleiche Größen hatten. Die
einzelnen Stadtviertel waren für die Verteidigung der Tore und Teile der
Stadtmauern verantwortlich und bildeten darüber hinaus Hudegenossenschaften für
die Hudenutzung der gemeinen Mark. Um 1454 lebten in Ahlen sieben Adelsfamilien
sowie deren Bedienstete auf bischöflichen Burgmannshöfen.
Das Leben in der Stadt war jedoch
von anderen Ereignissen bestimmt: Vom 5. November 1945 bis 15. August 1946 war
Ahlen Auffang- und Durchgangslager für den damaligen Kreis Beckum. In dieser
Zeit erreichten 70 Flüchtlingstransporte die Stadt. Bis 1950 nahm die Stadt in
mehreren großen Schüben ca. 4.000 Heimatvertriebene auf, besonders Schlesier und
Ostpreußen. Die Zuwanderung der Flüchtlinge wurde neben der Zeche der wichtigste
Faktor für den inneren und äußeren Strukturwandel. Die vorhandenen
Industriebetriebe konnten ihre Belegschaften stark vermehren und es entstanden
aus der Initiative der Flüchtlinge neue Betriebe, die vorhandene Nischen im
Wirtschaftsbesatz nutzten. Mit der Verbesserung der Wirtschaftslage Ende der
1950er Jahre kam es auch zu umfangreichen Bautätigkeiten. Im Süden der Stadt
entstand ein ausgedehntes „Ostdeutsches Viertel“ in dem die Straßennamen auf die
Herkunft der Bewohner deuten. Die Bautätigkeit wurde durch die Abteufarbeiten an
Schacht V der Zeche Westfalen (1953–1956), den Bau der Westfalenkaserne
(1958–1961) und die Errichtung kommunaler und kirchlicher Gebäude (städtisches
Gymnasium, Hallenbad, Christuskirche, Pauluskirche) mitgeprägt. Das deutsche
Wirtschaftswunder führte auch in Ahlen zu einem Überangebot von Arbeitsplätzen.
Durch die Vermittlung staatlicher Institutionen und durch eigene Initiativen der
Wirtschaft kamen zwischen 1960 und 1965 insgesamt ca. 1.000 „Gastarbeiter“ nach
Ahlen. Die Einwohnerzahl war so von 1945 (29.322) bis 1964 auf 44.203 gestiegen.
Durch die Eingemeindung des Amtes Ahlen mit den Gemeinden Altahlen, Dolberg und
Neuahlen wurde 1969 die Einwohnerzahl von 50.000 überschritten.
Der Ahlener Fußballverein LR Ahlen, der 1996 aus der Fusion zweier kleiner
Vereine entstand, spielte von 2000 bis 2006 in der 2. Bundesliga. Nach dem
Abstieg wurde – wegen Rückzug des Hauptsponsors – im Rahmen einer
außerordentlichen Mitgliederversammlung am 31. Mai 2006 der Vereinsname in
Rot-Weiß Ahlen umbenannt. Bereits 1999 schafften die Handballer der Ahlener SG
den Aufstieg in die 2. Bundesliga, in der Saison 2005/2006 belegten die
Handballer den 2. Tabellenplatz, in der Relegation zur 1. Bundesliga scheiterten
sie dann jedoch. Ahlen ist durch die Zeche Westfalen bekannt, die dort 2000
stillgelegt wurde.