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Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Bad Kissingen
Höhe: 332 m ü. NN
Fläche: 23,73 km²
Einwohner: 7154 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 301 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97769 (alt: 8788)
Vorwahl: 09741
Kfz-Kennzeichen: KG (alt: BRK)
Gemeindeschlüssel: 09 6 72 113
LOCODE: DE BBU
NUTS: DE265
Stadtgliederung: 5 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausplatz 1
97769 Bad Brückenau
Webpräsenz:
www.bad-brueckenau.de
Bereits zu Zeiten Karls des Großen führte an der Stelle der heutigen Stadt Bad
Brückenau eine „Heerstraße in Speeresbreite“ über die Sinn, und vermutlich
siedelten sich an dieser Furt bereits erste Bauern an. Gegen Ende des 12.
Jahrhunderts entstand eine größere Siedlung, die auf Grund ihrer Lage Sinn-Aue
genannt wurde. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1249, als das
Bistum Fulda der Siedlung Sinn-Aue nach dem Vorbild von Gelnhausen verschiedene
Privilegien zusprach. Um das Jahr 1260 gestattete das Bistum Adeligen der Region
die Errichtung von vier Burggütern, von denen eines, das Hohelinsche Burggut,
zum Teil bis heute erhalten ist. Um diese Zeit erhielt die Stadt auch eine erste
Schutzmauer, die bereits 1337 erweitert werden musste.
Brückenau mit der alten Brücke. Zeichnung von H.Girl, vor 1876
Brückenau mit der alten Brücke. Zeichnung von H.Girl, vor 1876
Im Jahr 1310 erhielt der Ort Sinn-Aue vom Fuldaer Abt Heinrich V. sowie König
(und späterem Kaiser) Heinrich VII. die Stadtrechte. Im Laufe des 14.
Jahrhunderts erlangte die Stadt durch weitere Rechte wie das Mauerrecht, das
Schankrecht, das Marktrecht, das Ratsrecht und das Waldnutzungsrecht verstärkte
wirtschaftliche und politische Eigenständigkeit. Das Fortbestehen der vier
Rittergüter in der Stadt sorgte immer wieder für Streitigkeiten um die Ausübung
verschiedener Rechte. Eine Legende berichtet, die Ritter von Thüngen hätten 1400
die Stadt überfallen, der Angriff sei jedoch mit Hilfe des Heiligen Georgs
abgewehrt worden. Georg wird seither als Stadtpatron verehrt, ein ehemaliges
Kriegerdenkmal mit der Figur des Drachentöters steht heute vor dem alten
Rathaus.
Im Jahre 1597 wurde an der Stelle der heutigen Sinnbrücke unterhalb des Kleinen
Steinbuschs eine Steinbrücke über die Sinn gebaut. Ihr verdankt der Ort den
Namen Brücken-Au. Die Brücke entging in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs
nur knapp der Sprengung und wurde erst in den 1960er-Jahren durch eine moderne
Betonbrücke ersetzt.
Schon im 15. Jahrhundert war im Sinntal rund vier Kilometer südwestlich der
Stadt ein „Sauerbrönn“, eine sauer schmeckende Quelle bekannt, deren Wasser
Heilwirkung zugesprochen wurde. 1747 wurde dort unter dem Fuldaer Fürstabt
Amandus von Buseck die erste Heilquelle eingefasst. Unter seinem Nachfolger, dem
Fuldaer Fürstbischof Heinrich von Bibra, entwickelte sich im Sinntal ein Badeort
mit ersten kleineren Hotels und einem Badehaus. Der beginnende Kurbetrieb sorgte
zwischen 1759 und 1788 für eine erste Blütezeit Bad Brückenaus. Aus dieser Zeit
stammen die barocken Bauten entlang der Hauptachse des Kurparks im heutigen
Staatsbad, unter anderem der Fürstenhof und die Häuser Schwan und Löwe.
Überdachter Wandelgang im Kurpark
Überdachter Wandelgang im Kurpark
Durch Beschluss des Wiener Kongresses wurde Brückenau 1816 dem Königreich Bayern
zugesprochen. 1818 besuchte Kronprinz Ludwig von Bayern zum ersten Mal das
Staatsbad. Bei seinen zahlreichen Aufenthalten, einmal auch in Begleitung von
Lola Montez, residierte er im Fürstenhof. Als späterer König Ludwig I. ließ er
das Bad umgestalten. Gegenüber dem Fürstenhof ließ er 1819 den Kellerbau
errichten; diese Sichtachse bestimmt den Park bis heute. Zentrales Bauwerk aus
dieser Zeit ist der Große Kursaal im Stile des Neoklassizismus. Im Vergleich zum
benachbarten Bad Kissingen blieb der Kurbetrieb jedoch bescheiden. Zwar kamen
unter anderem die russische Zarin und die griechische Königin Amalie (Ludwigs
Schwiegertochter) nach Brückenau, doch vermutlich war der König aufgrund seiner
hervorragenden Gesundheit kein guter Werbeträger für ein Kurbad.