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Bundesland: Hessen Regierungsbezirk: Darmstadt Landkreis: Wetteraukreis Höhe: 148 m ü. NN Fläche: 32,55 km² Einwohner: 30.959 (31. Dez. 2007) Bevölkerungsdichte: 951 Einwohner je km² Postleitzahl: 61231 Vorwahl: 06032 Kfz-Kennzeichen: FB Gemeindeschlüssel: 06 4 40 002 LOCODE: DE BNA Stadtgliederung: 6 Stadtteile Adresse der Stadtverwaltung: Parkstraße 36-38 61231 Bad Nauheim Webpräsenz: www.bad-nauheim.de
Bad Nauheim ist eine Kurstadt und die zweitgrößte Stadt im Wetteraukreis in Hessen (Deutschland).
Der Sprudelhof gilt, zusammen mit der Trinkkuranlage und den zugehörigen technischen Gebäuden, als ein hervorragendes Beispiel des Jugendstils und stellt eines der gelungensten und geschlossensten Bauwerke dieser Stilepoche da. Er wurde in den Jahren 1906–1911 auf Veranlassung des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein durch Regierungsbaumeister Wilhelm Jost erbaut. Bei der künstlerischen Ausgestaltung der Nauheimer Bade- und Kuranlagen wirkten mehrere Künstler der Darmstädter Künstlerkolonie mit: u. a. Albin Müller, Wilhelm Kleukens, Heinrich Jobst und Ernst Riegel. Die Skulpturen am Großen Sprudelbecken wurden 1978 erneuert. Wegen seines einzigartigen und relativ gut erhaltenen Ensembles von Jugendstil-Bauten ist Bad Nauheim als einzige deutsche Stadt Mitglied im Réseau Art Nouveau Network, in dem 19 europäische Städte zusammengeschlossen sind.
Als Heilbad und
Gesundheitszentrum von internationalem Rang verfügt Bad Nauheim über eine
Vielzahl attraktiver Freizeiteinrichtungen.
Beliebtestes innerstädtisches Erholungsareal ist der historische Kurpark mit
seinem alten Baumbestand und dem Großen Teich, einem im 18. Jahrhundert als
Wasserreservoir angelegten kleinen Stausee, auf dem im Sommer Bootsfahrten
angeboten werden und alljährlich die traditionelle
Großherzog-Ernst-Ludwig-Ruderregatta stattfindet. Im Park befindet sich der
heute von einer internationalen Hotelkette als Luxusherberge betriebene
Gebäudekomplex des Kurhauses mit seiner repräsentativen Freitreppe und dem
prachtvoll ausgestatteten Jugendstil-Kurtheater.
Am Eingang aus Richtung der stadtnahen Kolonnaden liegt im Kurpark das Gelände
des traditionellen Tennisclubs Rot-Weiss Bad Nauheim e.V. mit seinen sieben
Rotsand-Außenplätzen. Gäste sind als Spieler ebenso auf der Anlage willkommen,
wie im ganzjährig bewirteten Clubrestaurant.
An den Kurpark grenzt der Golfplatz des Golfclubs Bad Nauheim. Das vor mehr als
100 Jahren angelegte Gelände zählt zu den ältesten erhaltenen deutschen
Golfplätzen; sein um 1900 im englischen Kolonialstil aus Holz erbautes weißes
Clubhaus mit pittoresken Türmchen und Arkaden gilt als eines der Wahrzeichen der
Stadt.
Neben dem Kurpark verfügt die Stadt über zwei weitere große Parkanlagen: der
modern gestaltete Südpark wird insbesondere von den Patienten der umliegenden
Kliniken und Sanatorien zu erholsamen Spaziergängen genutzt. Der außerhalb der
Innenstadt gelegene Goldsteinpark mit seinem historischen, einem römischen
Limes-Wachturm nachempfundenen Aussichtsturm wird derzeit als
Veranstaltungsgelände für die Hessische Landesgartenschau 2010 neu konzipiert.
Gemeinsam mit der Nachbarstadt Friedberg wird ein zwischen beiden Gemeinden in
der Talaue der Usa gelegenes großes Freizeitbad betrieben. Das Anfang der 80er
Jahre errichtete Usa-Wellenbad verfügt über einen Hallenkomplex mit
50-m-Wellenbecken, Kinderbecken, Badebrunnen, „Black Hole“-Wasserrutschbahn und
großem Wellness-Bereich nebst Restaurant. In den Sommermonaten lockt zusätzlich
ein Freibad mit drei Becken und großer Liegewiese die Besucher.
Gästen, die die Heilkraft der Bad Nauheimer Sole nutzen möchten, steht zudem mit
der Therme am Park ein in der Innenstadt gelegenes modernes
Thermalsole-Hallenbad zur Verfügung, das neben einem Außen- und zwei Innenbecken
auch ein Solarium und einen Saunabereich nebst Gastronomie bietet.
Das Colonel-Knight-Eisstadion, Spielstätte des überregional bekannten
Eishockeyclubs Rote Teufel Bad Nauheim, wurde im Jahre 1946 auf Weisung des
lokalen Befehlshabers der amerikanischen Besatzungsstreitmacht mitten im
Stadtgebiet am Rande des Kurparks erbaut. Im Sommer finden hier die
Bundesligaspiele der Inlinehockeymannschaft der „Bad Nauheim Grizzlys“ statt.
Aufgrund hoher Betriebskosten und erheblichen Sanierungsbedarfs ist die Zukunft
der technisch veralteten Anlage derzeit ungewiss.
Westlich grenzt die Stadt an ein großes Waldgebiet, das von einem dichten
Wanderwegenetz durchzogen ist. Dort befindet sich auch das Areal des Bad
Nauheimer Waldstadions, das während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 von der
saudi-arabischen Nationalmannschaft als Trainingsgelände genutzt wurde. An den
bewaldeten Hängen des Johannisbergs begegnet der Spaziergänger den Spuren der
Bad Nauheimer Vor- und Frühgeschichte. Von der Terrasse des auf dem
Gipfelplateau gelegenen Restaurants bietet sich dem Betrachter eine großartige
Aussicht auf die Stadt und die östliche Wetterau. Auf dem Hang unterhalb wird
seit dem Jahr 1999 auf einer Fläche von ca. 3000 m² wieder Wein angebaut. Diese
Fläche wird vom „Freundeskreis Weinanbau Bad Nauheim“ gepflegt, der damit die
jahrhundertealte Tradition des Weinanbaus an dieser Stelle wieder aufgegriffen
hat.
Ein Freizeit- und Kulturprogramm für Jugendliche wurde im „Jugendzentrum Alte
Feuerwache“ geboten. Die Einrichtung wird seit Anfang der 80er Jahre im Rahmen
eines Selbstverwaltungsmodells betrieben. Die entsprechenden Verträge wurden zum
Ende des Jahres 2006 gekündigt; das Zentrum soll allerdings in geänderter
Trägerschaft fortbestehen. Als das Jugendzentrum wegen Verstößen gegen
Brandschutzbestimmungen und nach zahlreichen Beschwerden von Anwohnern am 19.
Dezember 2006 geschlossen wurde, kam es zu Ausschreitungen, in deren Verlauf es
zu Zusammenstößen autonomer Gruppen mit der Polizei mit zahlreichen
Sachbeschädigungen kam.