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Bundesland: Rheinland-Pfalz Landkreis: Bad Kreuznach Verbandsgemeinde: Bad Sobernheim Höhe: 141–620 m ü. NN Fläche: 54,06 km² Einwohner: 6485 (31. Dez. 2007) Bevölkerungsdichte: 120 Einwohner je km² Postleitzahl: 55566 Vorwahl: 06751 Kfz-Kennzeichen: KH Gemeindeschlüssel: 07 1 33 501 Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 11 55566 Bad Sobernheim Webpräsenz: www.bad-sobernheim.de
Die Stadt Bad Sobernheim liegt im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz (Deutschland). Sie ist Sitz der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim, ein anerkannter Kurort und durch zwei Fossilienfundstätten bekannt.
Der Ortskern Sobernheim liegt an der mittleren Nahe. Nördlich erhebt sich der Hunsrück, südlich das Nordpfälzer Bergland. Das Stadtgebiet zieht sich bis zum Soonwald hin.
Sobernheim war seit dem Frühmittelalter ein Zentrum der Besitzungen des Erzstifts Mainz an der Nahe und am Glan. Es unterstand dem Vizedom des Rheingaus. Die Kirche St. Matthias übertrug der Erzbischof den Mönchen des Klosters Disibodenberg. Das romanisch-frühgotische Gebäude wurde um 1400 neu erbaut und im 19. Jahrhundert renoviert. Die Stadt erhielt 1292 von König Adolf von Nassau und 1324 von Kaiser Ludwig dem Bayern Stadtrechte nach Frankfurter Vorbild. Doch wurde das 1330 von Erzbischof Balduin von Trier verliehene Stadtrecht nach Binger Vorbild rechtswirksam und galt bis zur Französischen Revolution. Bis 1259 wurde Sobernheim vom Disibodenberg verwaltet, danach bis 1471 von den Burggrafen zu Böckelheim. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurden 1689 die Befestigungen und der Großteil der Gebäude durch die Franzosen zerstört. Trotz der Bemühungen des Erzstifts Mainz verblieb Sobernheim bis 1789 bei Kurpfalz, kam dann zum Rhein-Mosel-Département zu Frankreich und 1815 an Preußen und die preußische Rheinprovinz. Die Bundesluftwaffe war von 1960 mit dem Jagdbombergeschwader 42, ab 1975 mit dem Jagdbombergeschwader 35 in Pferdsfeld stationiert. Am 11. Dezember 1995 wurde die Stadt Sobernheim zum Bad erhoben.
Evangelische Pfarrkirche St.
Matthias, geweiht von Bischof Willigis um 1000, älteste Teile (Nordturmunterbau)
romanisch, wenn nicht karolingisch, Chor frühgotisch, Hauptschiff Ende des 15.
Jahrhunderts, Turm 1500 erbaut von Peter Ruben aus Meisenheim. Neben kostbaren
Altarbaldachinkapitellen mit Darstellung von Engeln und Ausmalung aus der
Erbauungszeit, im wesentlichen original erhaltene und restaurierte
Johann-Michael-Stumm-Orgel von 1739 und Georg-Meistermann-Fenstern. Rathaus aus
dem 16. Jahrhundert. Mehrere große ehemalige Adels- und Klosterhöfe. Der
Steinhardter Hof diente gegen Ende des 18. Jahrhunderts den Räubern Peter Petri,
genannt „Schwarzer Peter“, und Johannes Bückler, genannt „Schinderhannes“,
zeitweise als Unterschlupf.[1]
Malteserkapelle, eine spätgotische Kapelle, entstand nach der Gründung einer
Ordensniederlassung des Johanniterordens im Jahre 1426. Der Chor der Kapelle
liegt höher als das Langhaus. Der Außenbau wird gegliedert durch gestufte
Strebepfeiler und Fenster mit Fischblasenmaßwerk. Die Kapelle diente ab 1664 der
kath. Kirchengemeinde Bad Sobernheim als Pfarrkirche. In der Kapelle wurde 1821
ein Progymnasium eingerichtet, man restaurierte sie 1837 und wurde dann als
Schulkapelle wiederhergestellt. Nach der Errichtung der neuen katholischen
Pfarrkirche St. Matthäus 1898/99 in Bad Sobernheim direkt gegenüber, wurde die
Malteserkapelle nicht mehr genutzt. Grabmäler, Taufstein und ein aus dem
15.Jahrhundert stammender Sakramentenschrein wurden in die Pfarrkirche St.
Matthäus überführt. Sie wurde von 1999–2003 renoviert und dient seitdem der
katholischen Gemeinde St. Matthäus als „Haus der Begegnung“.
Katholische Pfarrkirche St. Matthäus, neugotisch, geweiht von Bischof Michael
Felix Korum, erbaut von 1898–1899 vom Kirchenbaumeister Ludwig Becker,
neugotischer Flügelaltar aus dem Jahr 1905, Sakramentenschrein aus dem 15.
Jahrhundert, Orgel aus dem Jahr 1901/1902 von Michael Körfer aus Gau-Algesheim,
mit seinen 59 Metern überragt der Kirchturm die Stadt und ist von weit her
sichtbar. (Die Pfarrkirche St. Matthäus wird im nächsten Jahr, im Innenraum
komplett renoviert/saniert).
In Pferdsfeld, das bis zum Ende der Umsiedlung seiner Bewohner 1994 eine
eigenständige Gemeinde war, befindet sich eine Gedenksäule in Erinnerung an den
Märtyrer Paul Schneider.
Ein weiterer sehenswürdiger Ort ist der historische Marktplatz mit anliegendem
Rathaus. Von hier aus hat man den besten Zugang zu allen weiteren Historischen
Orten sowie Freizeitmöglichkeiten und Restaurants in ganz Bad Sobernheim. Hier
und rund um den Marktplatz findet auch jährlich das traditionelle Innenstadtfest
im September statt.