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Bundesland: Baden-Württemberg Regierungsbezirk: Stuttgart Landkreis: Heilbronn Höhe: 195 m ü. NN Fläche: 19,38 km² Einwohner: 6900 (31. Dez. 2007)[1] Bevölkerungsdichte: 356 Einwohner je km² Postleitzahl: 74206 Vorwahl: 07063 Kfz-Kennzeichen: HN Gemeindeschlüssel: 08 1 25 007 LOCODE: DE BWF Stadtgliederung: 3 Stadtteile Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 1 74206 Bad Wimpfen Webpräsenz: www.badwimpfen.de
Bad Wimpfen ist eine Kurstadt am Neckar im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg. Die Stadt war einst mittelalterliche Stauferpfalz, später Freie Reichsstadt und von 1803 bis 1945 eine hessische Exklave.
Bad Wimpfen liegt am linken Ufer des Neckars etwa 15 km nördlich von Heilbronn. Man unterscheidet zwei Teile, das ältere, direkt am Neckar gelegene Wimpfen im Tal und das etwas westlich davon auf einem zum Kraichgau hin ansteigenden Hügel gelegene Wimpfen am Berg, wo sich seit dem Mittelalter die Stauferpfalz und darum das Stadtzentrum befindet. Zu Bad Wimpfen gehört auch der 4 km nordwestlich im Hinterland gelegene Teilort Hohenstadt.
Im Jahr 1817 gelang in der Saline
Ludwigshalle erstmals erfolgreich die Soleförderung in Wimpfen. Außer als
technischer Grundstoff für die beginnende Industrialisierung konnte die Sole
auch therapeutisch genutzt werden, und so hat bereits 1835 das erste Kurhotel
seine Pforten geöffnet. Ein Zeichen der beginnenden wirtschaftlichen Prosperität
ist auch das 1836 errichtete neue Rathaus der Stadt. Trotz dieser neuen
Perspektiven wurden viele staufische Überreste der Stadt weiterhin abgerissen
oder umgenutzt. Die damals bereits über 600 Jahre alte Pfalzkapelle wurde z. B.
im Jahr 1837 zu einer Scheune umgenutzt und würde erst 70 Jahre später wieder in
ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.
Nachdem in den 1860er Jahren die Bahnstrecke von Heilbronn nach Heidelberg und
damit der Wimpfener Bahnhof 1868 in Betrieb genommen wurde, erfuhr der
Kurbetrieb einen großen Auftrieb. Bäder und Kureinrichtungen wurden nun
kontinuierlich ausgebaut und führten zu einer neuerlichen wirtschaftlichen
Blüte. Hierüber berichtet beispielsweise auch Mark Twain in den Schilderungen
seiner Europareise im Jahr 1867. Am 26. April 1930 erhielt die Stadt den
offiziellen Bädertitel.
Den Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt weitgehend unversehrt. Die Stadt bot
durch ihre Unversehrtheit vielen Flüchtlingen Unterkunft, so bezogen im Jahr
1947 aus dem Kloster Grüssau vertriebene Benediktinermönche die frühere
Ritterstiftskirche.
Die evangelische Stadtkirche
wurde ab dem 13. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut und um 1520 als
spätgotische Hallenkirche vollendet. Die Kirche hat seitlich des nach Osten
gerichteten Chores zwei Türme. Sie weist eine wertvolle Innenausstattung auf.
Neben der Kirche befindet sich der so genannte Kalvarienberg, eine
Kreuzigungsgruppe aus dem 16. Jahrhundert, die von Hans Backoffen gestaltet
wurde und als Grabmal für die Bürgermeisterfamilie Koberer diente.
Die Dominikanerkirche wurde als Kirche des Dominikanerklosters vermutlich im 13.
Jahrhundert begonnen, aber erst im 18. Jahrhundert vollendet. Die Kirche hat
keinen Turm, sondern lediglich einen Dachreiter. Das ehemalige Kloster mit
kunstvollem Kreuzgang ist heute ein Schulgebäude, die Kirche wird als
katholische Stadtpfarrkirche zum Heiligen Kreuz genutzt. Hier wird seit dem 13.
Jahrhundert eine Kreuzreliquie verehrt, die vermutlich von Albertus Magnus nach
Wimpfen gebracht wurde. Die Wallfahrt wurde nach dem barocken Umbau der Kirche
am 3. Mai 1719 wiedereröffnet und wurde seitdem nicht mehr abgebrochen.[4]
Die ehemalige Johanneskirche gehörte zu dem um 1230 gestifteten
Heilig-Geist-Spital. Dieses wurde im 15. Jahrhundert in ein geistliches und ein
städtisches Spital (Bügerspital) geteilt. 1778 wurde die baufällige Kirche neu
errichtet. Sie wurde 1803 säkularisiert und bis 1848 als Magazin genutzt. Nach
einem Brand 1851 wurden Zwischendecken in die Kirchenhalle eingezogen; seitdem
fungiert das Gebäude als Gaststätte und Wohnhaus.
Im Burgviertel beim Schwibbogentor befindet sich ein ehemaliges jüdisches
Bethaus aus dem Jahr 1580.
Die Stiftskirche St. Peter in Wimpfen im Tal, von 1947 bis 2004 Sitz der Abtei
Grüssau, geht vermutlich bis auf das 7. Jahrhundert zurück. Das jetzige
Kirchengebäude und der nördlich angrenzende Kreuzgang wurden im 13. und 14.
Jahrhundert erbaut, die Fassade der Stiftskirche wurde in den Jahren bis 2006
aufwändig saniert.
Die Cornelienkirche befindet sich östlich der Ortsmitte von Wimpfen im Tal. Das
1476 im Stil der späten Gotik anstelle einer älteren Kapelle neu erbaute
Kirchengebäude weist ein schmuckvolles Portal sowie Wandmalereien aus der Zeit
seiner Entstehung auf. In der Kirche soll sich Tillys Feldlager während der
Schlacht bei Wimpfen 1622 befunden haben.
Im zu Wimpfen gehörenden Dorf Hohenstadt gibt es außerdem eine alte evangelische
Pfarrkirche.