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Bundesland: Thüringen Landkreis: Kreisfreie Stadt Höhe: 155 m ü. NN Fläche: 114,29 km² Einwohner: 102.752 (31. Dez. 2007)[1] Bevölkerungsdichte: 899 Einwohner je km² Postleitzahlen: 07701–07751 (alt: 6900–6909) Vorwahl: 03641 Kfz-Kennzeichen: J Gemeindeschlüssel: 16 0 53 000 Stadtgliederung: 41 Stadtbezirke bzw. 24 Ortschaften Adresse der Stadtverwaltung: Am Anger 15 07743 Jena Webpräsenz: www.jena.de
Jena ist eine deutsche
Universitätsstadt in Thüringen. Sie liegt an der Saale zwischen
Muschelkalkhängen der Ilm-Saale-Platte und ist nach der Landeshauptstadt Erfurt
die zweitgrößte Stadt Thüringens und eines der drei Oberzentren des Freistaats.
Jena hat den Status einer kreisfreien Stadt.
Große Bekanntheit erlangte Jena durch die Friedrich-Schiller-Universität Jena,
die mit über 20.000 Studenten die größte Universität Thüringens ist und bereits
1558 durch Herzog Johann Friedrich II., den Mittleren, gegründet wurde. Jena
begann sich ab dem Bau der Saalbahn 1874 zu einer Industriestadt zu entwickeln.
Sie ist das Zentrum der deutschen Optik- und Feinmechanikindustrie rund um das
Unternehmen von Carl Zeiss. Das Kombinat Carl Zeiss mit etwa 60.000 Mitarbeitern
war seinerzeit auch das größte Kombinat der DDR. Nach der deutschen
Wiedervereinigung 1990 wandelte sich Jena vom Industrie- zum Bildungs- und
Wissenschaftszentrum und gilt als einer der wirtschaftlichen „Leuchttürme“ in
Ostdeutschland und verfügt heute über eine relativ geringe Arbeitslosenrate. In
Jena haben heute auch zahlreiche Forschungslabors und Institute ihren Sitz. Das
159 Meter hohe Universitätshochhaus (heute JenTower) ist das höchste Bürogebäude
der neuen Bundesländer.
Am 21. März 2007 verlieh der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft Jena
den Titel „Stadt der Wissenschaft“ des Jahres 2008.
In Jena hat die Holz- und
Papierherstellung lange Tradition. Heute gibt es jedoch nur noch eine
Papierfabrik in Porstendorf.
Ab dem 19. Jahrhundert wurde in Jena die Glas- und Optikindustrie ansässig.
Durch Erfindungen, die das Mikroskop revolutionierten, und die Entwicklung des
Planetariums sind die einschlägigen Unternehmen heute weltweit bekannt. Nach dem
Zweiten Weltkrieg wurden die Unternehmen Carl Zeiss Jena GmbH und SCHOTT JENAer
GLAS GmbH durch emigrierte Wissenschaftler und Angestellte in Westdeutschland
neu gegründet. Bis Juli 1945 deportierten die amerikanischen Besatzer einen
Großteil des Know-how in Form von Wissenschaftlern und Aufzeichnungen in ihre
Besatzungszone. Danach erfolgte unter der russischen Besetzung die Demontage der
Industrie und deren Deportation nach Russland. Anfangs baute die Jenaer
Bevölkerung die Städtische Industrie selbst wieder auf, bis auch die russischen
Besatzer in der neugegründeten DDR den Wiederaufbau unterstützten, um sie
gegenüber der Bundesrepublik Deutschland zu stärken. Später entstand das
Kombinat VEB Carl Zeiss Jena. Die Schottwerke wurden ebenfalls in ein Kombinat
umgewandelt. Zusätzlich entstand in der DDR-Zeit mit Jenapharm ein
pharmazeutischer Industriezweig.
Nach der Wende wurde das volkseigene Großkombinat Carl Zeiss, in dem fast alle
optischen Unternehmen der DDR zusammengeschlossen waren, privatisiert. Carl
Zeiss Oberkochen übernahm die Verantwortung für das optische Kerngeschäft. Für
den überwiegenden Teil der Jenaer Werke wurde ein Sanierer gesucht und mit
Lothar Späth gefunden. In Jena entstand die Carl Zeiss Jena GmbH als
Tochterunternehmen von Zeiss Oberkochen und die Jenoptik GmbH als
Rechtsnachfolgerin des ehemaligen Kombinats mit Späth an der Spitze. 1998 wagte
die Jenoptik als Aktiengesellschaft den Schritt an die Börse.
Inzwischen hat sich die optische Industrie in Jena ausgezeichnet entwickelt.
Eine Vielzahl hoch innovativer neuer Unternehmen ist entstanden, die den
Weltmarkt mitbestimmen und teilweise sogar anführen. Die Interessen der
Unternehmen und Institute auf dem Gebiet der optischen Technologien werden vom
Firmenverbund OptoNet e. V. vertreten. Im Zuge der erfolgreichen Bewerbung im
Rahmen der BioRegio-Initiative mit dem Konzept 'Bioinstrumente'[4] wurden
zahlreiche Biotechnologieunternehmen gegründet. Unternehmen dieser Branche, die
ihren Hauptsitz in Jena haben sind Analytik Jena, Biolitec und Cybio.
Die Deutsche Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft AG (kurz: DEWB),
eine ehemalige Tochtergesellschaft der Jenoptik AG, die sich auf die
Finanzierung und Entwicklung junger Unternehmen auf dem Gebiet der optischen
Technologien und der Sensorik spezialisierte, hat ihren Hauptsitz in Jena.
Mit der Intershop Communications AG entstand eine Firma zur Entwicklung von
Software für den E-Commerce. Nach finanziellen Schwierigkeiten sind heute nur
noch ein kleiner Teil der Mitarbeiter übriggeblieben. Der Name Intershop ist
eine Anspielung auf die Intershop-Läden in der DDR, in denen „Westware“ gegen
Westgeld verkauft wurde. Daneben sind auch einige kleine Unternehmen im Bereich
des Internethandels tätig. Sie sind zum Teil mit ehemaligen Mitarbeitern von
Intershop Communications AG gegründet worden.
Die Firma VEB Jenapharm suchte nach der Wende einen Käufer und fand ihn in der
Gehe AG. Später wurde der Betrieb durch die Schering AG übernommen. Eine ganze
Reihe pharmazeutischer Institute und Firmen haben sich im Umfeld angesiedelt.
Die Firma hat sich als Marktführer im Bereich der oralen Kontrazeptiva in
Deutschland etabliert.
Im Bereich Sicherheitstechnik hat der US-amerikanische Cross Match
Technologies-Konzern seit der Übernahme der britischen Smiths Heimann
Biometrics-Gruppe (SHB) im August 2005 eine Zweigstelle in Jena. Hewlett
Packard, zuvor schon Kooperationspartner von Intershop Communications, hat seit
dem Kauf eines Online-Bilderdienstes 2005 ebenfalls eine Niederlassung in der
Stadt.
Die WACKER Biotech GmbH produziert therapeutische Proteine mit
biotechnologischen Verfahren. Sie wurde 1999 unter dem Namen ProThera GmbH als
Spin off des Hans-Knöll-Instituts in Jena gegründet und ist seit 2005 eine
vollständige Tochter der Wacker Chemie AG.
WACKER SCHOTT Solar GmbH, ein neu gegründetes Gemeinschaftsunternehmen der
Firmen Wacker Chemie und Schott, hat am 16. April 2008 ein Werk zur Herstellung
von Silizium-Wafern für die Solarindustrie in Betrieb genommen. Die SCHOTT Solar
GmbH weihte am 6. November 2007 eine Produktionsstätte für die Herstellung von
Dünnschichtsolarmodulen ein. Die Kapazität beträgt 33 Megawatt (MW) pro Jahr.
Der größte Vermieter der Stadt mit etwa 14.000 Wohnungen ist die Jenawohnen GmbH
(zuvor SWV GmbH), ein Tochterunternehmen des lokalen Energieversorgers
Stadtwerke Jena-Pößneck, an dem die Stadt noch mit sechs Prozent beteiligt ist.
Mit zirka 6200 Wohnungen ist die 1954 gegründete Wohnungsgenossenschaft Carl
Zeiss e. G. der zweigrößte Vermieter in Jena und Umgebung.